Die Samtgemeinde Nord-Elm entstand 1970 im Rahmen der Gebietsreform des Landes Niedersachsen. Dieser, aus sechs Gemeinden bestehende, Zusammenschluss hat etwa 5700 Einwohner, die Gesamtfläche beträgt 63,3 km². Die Samtgemeinde befindet sich im Landkreis Helmstadt und liegt zwischen Braunschweig, Wolfsburg und Magdeburg. Namensgebend ist der Elm, ein bis zu 323 m hoher und 25 km langer Gebirgszug im Osten Niedersachsens. Während der deutschen Teilung befand sich die Gemeinde im äußersten Osten Westdeutschlands, die Grenze verlief etwa zehn Kilometer entfernt. Arbeitgeber in der Region sind vor allem kleine mittelständische Betriebe. Viele Bewohner pendeln regelmäßig nach Braunschweig und Wolfsburg. Eine Samtgemeinde wird dann gebildet, wenn die einzelnen Mitgliedsgemeinden sich die Kosten ihrer Verwaltung teilen wollen, aber trotzdem einen unabhängigen Haushalt aufstellen möchten. Samtgemeinde und ­Mitgliedsgemeinden sind rechtlich gleichberechtigt. Jede Mitgliedsgemeinde verfügt über Haushalts-, Planungs-, Organisations- und Personalhoheit, die Samtgemeinde übernimmt für die Mitgliedsgemeinden die Erledigung der Verwaltungsaufgaben. Sie kümmert sich unter anderem um Grundschulen, das erstellen von Flächennutzungsplänen, das Friedhofswesen, den Brandschutz und den Bau von Gemeindeverbindungsstraßen. Die Samtgemeindeverwaltung, die von einem hauptamtlichen Samtgemeindebürgermeister geführt wird, verfügt über fest angestellte Mitarbeiter. In der Samtgemeinde Nord-Elm ist die Samtgemeindeverwaltung in der Gemeinde Süpplingen zusammen mit der örtlichen Volks­bank-Filiale, in einem Gebäude, untergebracht. Für die Belange seiner Bürger steht die Verwaltung an mehreren Tagen in der Woche zu bestimmten Zeiten ­offen. Probleme werden in der Regel direkt vor Ort von den zuständigen Mitarbeitern geklärt. Personalausweise, Reisepässe und andere Unterlagen werden ebenfalls hier beantragt. Die Mitgliedsgemeinden werden von ehrenamt­lichen Bürgermeistern geführt, die sowohl repräsen­tative ­Auf­-gaben als auch Verwaltungsaufgaben wahrnehmen. Es besteht die Möglichkeit, dass die Bürgermeister die Verwaltung an ehrenamtliche Gemeinde­direktoren abgeben und sich auf ihre repräsentative Funktion kon­-zentrieren, ansonsten erledigen die Gemeindebürgermeister beide Aufgaben in Personalunion. Die Gemeinde­bürgermeister werden von Gemeinderäten gewählt, die wiederum in den Kommunalwahlen, direkt durch die Bürger der Ge­meinde, bestimmt werden. Die Aufgaben der einzelnen Gemeinden sind zum Beispiel das Bereitstellen von ­Kindertagesstättenplätzen und der innergemeindliche Straßenbau.   In einer regelmäßig stattfindenden Sprechstunde kön­nen die Bürger in Kontakt mit den Bürgermeistern treten und dort eigene Anregungen in den kommunal­politischen Diskurs einbringen. Neben dieser institutionalisierten Form von Partizipation an der Kommunal­politik treten die Bürgermeister im Rahmen ihrer repräsentativen Aufgaben – zum Beispiel beim jährlich stattfindenden Neujahrsempfang oder bei Veranstaltungen örtlicher Vereine – in Kontakt mit den Bürgern. In persönlichen Gesprächen mit den Bürgermeistern der Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde ergab sich immer wieder, dass das Amt des Bürgermeisters in einer kleinen Gemeinde, nicht als eine politische, sondern im wesent­lichen als eine Verwaltungsaufgabe betrachtet wird. Viel­fach wurde betont, dass es auf der Ebene der Kommunalpolitik um Sachentscheidungen geht, bei der eine politische Gesinnung keine Rolle spielen sollte – Sachentscheidungen, die zum Wohle der Gemeinde, nach objektiven Kriterien gefällt werden können. In der Samtgemeinde Nord-Elm befinden sich die meisten Gemeindebüros in ehemaligen Schulgebäuden. Hier scheint sich immer wieder ein ähnliches Muster ­abgespielt zu haben: Die weiterführenden Schulen in den Gemeinden wurden geschlossen und in größere Dörfer oder Städte verlagert, die Grundschulen wurden zusammengefasst (es gibt eine Grundschule in Süpplingen, die den Bedarf der Samtgemeinde bedient) und so wurden die Schulgebäude frei für die Nutzung durch die Gemeinde. Es gibt in jeder Gemeinde einen größeren Sitzungsraum, eine Bücherei und ein Büro oder ein Dorfgemeinschaftshaus in dem die Verwaltungsaufgaben von Gemeindebürgermeister und Gemeindedirektor erledigt werden. Oft wird der große Versammlungsraum auch für Hochzeiten oder anderen Familienfeste vermietet.